Reparaturen

Jede Reparatur, Restauration und jeder Verkauf beginnt mit einer guten Beratung.

Was ist das Ziel der Reparatur – was sind die Kosten – wann wäre das Instrument oder der Bogen fertig? Im Gespräch finden wir heraus, was nötig, machbar und finanziell gesehen möglich ist. Wenn der Preis der Reparatur den Wert des Instrumentes oder Bogens übersteigt, entscheiden Sie, ob der ideelle Wert für Sie höher ist und die Arbeiten ausgeführt werden sollen. Eine sinnvolle Entscheidung können Sie nur treffen, nachdem Sie gut beraten wurden.

Reparaturen INSTRUMENTE

Griffbrett

Reparaturen Griffbrett abrichten

Da die Saite an immer den gleichen Stellen auf das Griffbrett gedrückt wird, ist es notwendig, das Griffbrett regelmäßig abzurichten. Dabei wird es mit Hobeln, Feilen und Sandpapier so lange bearbeitet, bis alle „Löcher“ verschwunden sind. Keine Angst, ein Griffbrett hält meist 20 Jahre, und beim Abrichten werden nur wenige Zehntel Millimeter abgetragen.

Da die Abnutzung schleichend erfolgt, stellt man sich als Musiker auf ein beschädigtes Griffbrett ein, indem man mit mehr Kraft tiefer in die Löcher und Dellen drückt. Meist werden Griffbretter erst dann abgerichtet, wenn sich große Probleme wie Schnarren oder Quintenunreinheiten einstellen.

Je nach Spielweise, Intensität und Qualität des Holzes variiert das Intervall, in dem das Griffbrett abgerichtet werden muss. Bei professionellen Musikern erfolgt es meist im Rahmen der jährlichen Wartung – bei Laien alle paar Jahre. Ein gut abgerichtetes Griffbrett sorgt meist für große Erleichterung.

Steg

Der Steg Ihres Instrumentes steht hoffentlich kerzengerade. Auf einem Violin- und Violasteg lasten immerhin etwa 10 kg Druck (obwohl der Steg nur ca. 3-4 g wiegt). Ein Cellosteg muss etwa 30 kg tragen. Unter der Last krumm gewordene Stege müssen ersetzt werden, ehe sie zerbrechen oder mit lautem Krachen umfallen. Das gilt auch, wenn die Saiten sich tief in den Steg eingeschnitten haben und die Saitenlage zu tief geworden ist. Der Steg wird nur zwischen Decke und Saiten eingeklemmt – er ist nicht (!!) aufgeleimt.

Stimme

Die Stimme ist ein zylindrischer Fichtenstab, der zwischen Decke und Boden eingeklemmt wird. Dabei muss er genau an die Innenwölbung angepasst werden und mit der richtigen Spannung an der richtigen Stelle stehen. Die Stimme überträgt die Schwingungen von Saiten und Decke auf den Boden – und wieder zurück. Man spricht auch von der Seele des Instrumentes. Sitz und Passung der Stimme müssen daher regelmäßig überprüft werden.

Lack

Auch wenn man das Instrument nur am Hals anfassen sollte, lassen sich bestimmte Abnutzungen, z.Bsp. an der Handstelle der Zargen, nicht vermeiden. Unlackiertes offenes Holz ist Schmutz und Feuchtigkeit schutzlos ausgeliefert. Deshalb sorgen wir bei der Wartung oder Reparatur dafür, dass an exponierten Stellen genügend Schutzlack vorhanden ist. Regelmäßig muss der festsitzende Kolophoniumstaub vom Instrument entfernt, und der Lack aufpoliert werden. Zur Musizierroutine sollte gehören, das Instrument sofort nach dem Spiel mit einem trockenen Baumwolltuch abzuwischen.

Wirbel

Wirbel funktionieren nur dann gut, wenn sie regelmäßig benutzt und geschmiert werden. Da Holz in Längs- und Querrichtung unterschiedlich stark quillt und schwindet, muss die Gängigkeit regelmäßig kontrolliert werden. Idealerweise werden die Wirbel bei jedem Saitenwechsel kontrolliert und geschmiert.

Restaurierung

Genau genommen gibt es zwischen Reparatur und Restaurierung keine Unterschiede.

Zwischen beiden Begriffen gibt es fließende Übergänge.

„Repariert“ werden meist plötzlich auftretende Schäden: seien es Kratzer, offene Leimstellen oder Risse, die kleinere oder größere Unfälle entstanden sind. In jedem Fall müssen die Arbeiten an Instrumenten immer so geplant und ausgeführt werden, dass möglichst viel an originaler Substanz des Instrumentes erhalten bleibt und einer erneuten Reparatur in einigen Jahre oder Jahrzehnten nichts im Wege steht.

Eine Restaurierung bedeutet ein Instrument in einen möglichst originalen Zustand zu versetzen. Zum Beispiel könnte man ein ursprünglich barockes Instrument wieder barock einrichten.

Andererseits werden verantwortungsvolle Geigenbauer aber ein originales Barockinstrument kaum in ein modernes Instrument mit steilerem Halswinkel, modernem Griffbrett, längerem Bassbalken und neuem Steg umbauen. Auch wenn die Besitzer das Instrument gerne modern spielen wollen. Umbauten sind aus restauratorischer Sicht keine einfache Frage, die regelmäßig zu Diskussionen führt.

Bogenreparaturen und Wartung

Haare

Bogenhaare müssen regelmäßig ausgetauscht werden.

Nach einiger Zeit greifen sie nicht mehr – der Bogen rutscht über die Saiten und Pianissimo zu spielen ist unmöglich. Wenn auch frisches Kolophonium nicht mehr hilft, bleibt nur der Wechsel der Haare.

Neue unbenutzte Haare haben eine schuppige Haaroberfläche, die dazu dient, den Kolophoniumstaub zu sammeln. Durch den Druck und die Geschwindigkeit beim Streichen schmilzt das Kolophonium und die Bogenhaare werden klebrig. Dadurch kann der Bogen die Saite mitreißen und in Schwingung versetzen – ein Ton entsteht. Bei jedem Spielen wird die schuppige Haaroberfläche langsam abgenutzt.
Bei Profimusikern wird der Bezug ein- bis zweimal pro Jahr gewechselt.
Je nach individueller Spielweise und bei Stücken, die großen Bogen-Kraftaufwand erfordern, passiert es, dass einzelne Haare reißen. Auch wenn der Bezug insgesamt sehr dünn geworden ist, sollte er ersetzt werden.

Bogenhaare sind ein wertvolles Naturprodukt. Es sind die Schweifhaare von zumeist sibirischen oder mongolischen Pferden.

Sollten Sie nach einer längeren Spielpause das Etui öffnen und die Bogenhaare wie durchgeschnitten vorfinden, war es vermutlich nicht Ihr Partner oder der kleine Bruder mit der Schere, sondern die Larve eines Museumskäfers (Anthrenus museorum). Die Larven ernähren sich u.a. von Haaren und Hautschuppen und sind gefürchtete Besucher in Naturkundemuseen, wo sie gerne die Ausstellungsstücke anfressen. Bei einem Befall empfehlen wir die Haare zu entfernen und das Etui auszusaugen. Hilfreich wäre auch, wenn das Etui bei hohen Temperaturen ein Sonnenbad auf der Terrasse nimmt oder ein paar Tage in der Gefriertruhe verbringt – natürlich ohne Bogen und Instrument. Es gibt auch spezielle Insektenschutzmittel, die gegen den Museumskäfer und seine Larven wirken. Sprechen Sie uns an!

Leder

Das Daumenleder gibt dem Daumen und Zeigefinger Halt auf der Stange und schützt diese. Manche Musiker bevorzugen ein dickeres weiches Leder – andere ein dünnes glattes Leder. Ob Echsenleder, Känguru oder Ziege – wir haben das richtige Leder für Sie. Leider schränkt das besonders langlebige Echsenleder die Reisefähigkeit ein, worauf wir Sie schon jetzt hinweisen. > Cites-Dokument

Umwicklung

Die Umwicklung aus Golddraht-, Silberdraht,- Neusilberdraht oder Gespinstfaden schützt die Stange und ist wichtig für Gewicht und Balance des Bogens.

Lack

Die Bogenstange sollte so wie das Instrument nach dem Spiel gereinigt werden, damit sich kein Kolophonium auf der Stange absetzt. Besonders das Stangenende ist durch Druck und Handschweiß größeren Belastungen ausgesetzt. Deshalb muss immer darauf geachtet werden, dass diese Stellen durch eine dünne Lackschicht geschützt sind.

Kopfplatte

Die Kopfplatte wird oft unterschätzt. Sie besteht aus der schwarzen Unterlage und der weißen Kopfplatte und schützt sowohl die Kopfspitze, als auch den Bogenkopf selbst, der durch den Kopfkeil und den Zug der Haare großen Belastungen ausgesetzt ist.

Mutter und Schraube

Mutter und Schraube sind eine recht einfache Konstruktion zum Spannen der Haare. Dabei nutzt sich insbesondere die Froschmutter (Messing) mit der Zeit ab und muss ersetzt werden – spätestens  wenn die Schraube durchdreht und der Bogen sich nicht mehr spannen lässt.

Schub

Das Froschkästchen, in dem die Haare befestigt werden, wird durch den sogenannten Schub abgedeckt. Er besteht aus einer Ebenholzplatte mit Perlmuttauflage und ist in den Frosch eingepasst. Der Schub muss repariert oder ersetzt werden, wenn Ebenholz oder Perlmutt zu stark abgenutzt sind.

Augen

Die Augen bestehen ebenfalls aus Perlmutt. Wenn sie sehr stark abgegriffen sind oder gar fehlen, sollte man sie ersetzen, da sich sonst die Kanten des umliegenden Ebenholzes ebenfalls abnutzen.

Dass wir alles können oder alles wissen werden wir nie behaupten.

Unser Selbstverständnis ist es, alle Projekte erfolgreich und zeitnah abzuschließen und Sie gut zu beraten.
Wenn Sie mit einem bestimmten Problem in einer anderen Werkstatt besser aufgehoben sind, werden wir es Ihnen sagen. Manchmal sind Kunden dann verwundert, aber beim Hausarzt sind wir ja auch froh, wenn wir eine Überweisung zum Spezialisten bekommen.

Gerne vereinbaren wir mit Ihnen einen Termin.

Telefon: 049 3643 45 74 377 | Kontakt